Coronakrise

USA wollen Migranten nach illegalem Grenzübertritt zurückschicken

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wollen die USA Migranten nach einem illegalen Grenzübertritt von Mexiko oder Kanada künftig direkt in ihre Heimatländer zurückschicken.

Illegal eingereiste Migranten sollen künftig sofort wieder über die Grenze geschickt werden. 

Illegal eingereiste Migranten sollen künftig sofort wieder über die Grenze geschickt werden.  Foto: JIM WATSON / AFP

Von Mitternacht (Ortszeit, 06.00 Uhr MEZ) an würden Personen, die ohne Reisepapiere die Grenze überträten, unverzüglich zurückgeschickt, sagte der geschäftsführende Heimatschutzminister Chad Wolf am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Das gelte sowohl für die Südgrenze zu Mexiko - die besonders betroffen ist - als auch für die Nordgrenze zu Kanada.

Aufgegriffene Migranten kommen bislang zunächst in Gewahrsam der US-Grenzschutzbehörden, wo sie Asyl beantragen können. US-Präsident Donald Trump erläuterte bei der Pressekonferenz, die an der Südgrenze aufgegriffenen Migranten würden nicht nach Mexiko zurückgeschickt, sondern in ihre jeweiligen Ursprungsländer. Trump nannte als Beispiele Migranten aus Guatemala, Honduras und El Salvador.

Gesundheitsminister Alex Azar sagte: „Wir reden über eine bedeutende Anzahl illegaler Migranten.“ Zwischen Oktober und Februar seien 21 000 Migranten an der nördlichen und 151 000 Migranten an der südlichen Grenze in Gewahrsam genommen worden.

Azar sagte, Migranten könnten das Virus untereinander weitergeben, Grenzschutzbeamte anstecken und die Verbreitung in der amerikanischen Bevölkerung beschleunigen. Die Zentren der Grenzschutzbehörden seien nicht darauf ausgelegt, eine große Zahl von Migranten dort zu halten, Ansteckungen zu vermeiden oder Behandlungen wegen Covid-19-Erkrankungen zu ermöglichen. Wolf sagte, derzeit hätten die Grenzschutzbehörden Menschen aus mehr als 120 Ländern in Gewahrsam. Viele dieser Länder seien von dem Virus betroffen.

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