Iran-Krise

USA legen Botschaftsmitarbeitern in Israel die Ausreise nahe

Die Iran-Krise spitzt sich zu: Angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran hat Washington Botschaftsmitarbeitern in Israel die Ausreise nahegelegt.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi äußert Kritik an übertriebenen Forderungen der USA in diplomatischem Kontext

Irans Außenminister Abbas Araghtschi kritisiert die „übertriebenen Forderungen“ der USA Foto: Tatyana Makeyeva/Pool AFP/dpa

Nicht dringend benötigte Mitarbeiter und ihre Familien „sollten erwägen, Israel zu verlassen, solange noch Linienflüge verfügbar sind“, erklärte die Botschaft am Freitag. Die Ankündigung erfolgte einen Tag nach indirekten Atomgesprächen zwischen den USA und dem Iran, sie bestärkte die Furcht vor einer Eskalation.

US-Präsident Donald Trump droht der mit Israel verfeindeten Führung des Iran seit Wochen mit einem Militäreinsatz. Er hat Teheran eine Frist bis Anfang März gesetzt, um sich mit Washington auf ein neues Atom-Abkommen zu einigen.

Allen „nicht zur Notfallbesetzung gehörenden“ Angestellten der Vertretung in Jerusalem sowie deren Angehörigen werde es aufgrund von „Sicherheitsrisiken“ mit sofortiger Wirkung freigestellt, Israel zu verlassen, erklärte die US-Botschaft auf ihrer Website.

Wie die New York Times berichtete, soll Botschafter Mike Huckabee die Angestellten in einer E-Mail mit noch drastischeren Worten zur Ausreise aufgefordert haben. Diejenigen, die das Land verlassen wollten, sollten dies „HEUTE“ tun, schrieb Huckabee demnach.

„Übertriebene Forderungen“

US-Vizepräsident JD Vance wies Sorgen vor möglichen Konsequenzen eines US-Angriffs auf den Iran zurück. Es bestehe „keine Chance“, dass ein solcher Schlag gegen Teheran die USA „jahrelang in einen Krieg im Nahen Osten“ verwickeln würde, sagte Vance der Washington Post. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk zeigte sich hingegen „extrem alarmiert über die Möglichkeit einer regionalen militärischen Eskalation“. Vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf sagte er: „Ich hoffe, die Stimme der Vernunft setzt sich durch.“

Um den Druck auf den Iran zu erhöhen, hatten die USA in den vergangenen Wochen ihre Militärpräsenz in der Region deutlich verstärkt und zwei Flugzeugträger sowie Kriegsschiffe in die Region verlegt. In den Atomverhandlungen wollen die US-Vertreter laut dem Wall Street Journal vom Donnerstag fordern, dass der Iran seine drei wichtigsten Atomanlagen zurückbaut und das angereicherte Uran an die USA übergibt.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi rief die USA am Freitag auf, in den Verhandlungen über ein Atomabkommen auf „übertriebene Forderungen“ zu verzichten. Welche Forderungen er meinte, sagte er nicht. (AFP)

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