Krieg in Nahost
Trumps Frust: Er hat die Widerstandskultur Irans völlig unterschätzt
Das iranische Regime glaubt an seine Überlebensfähigkeit, weil es seit 1980 allen Attacken von außen standgehalten hat. Auch gegen den Erzfeind Amerika.
Das iranische Regime macht sich auf großen Plakatwänden immer wieder lustig über den US-Präsidenten Foto: AFP
Wenn US-Präsident Donald Trump über Iran spricht, pendelt er zwischen Feuer und Wasser. Dazwischen gibt es nichts. Einmal lobt er die Spitzenvertreter des Regimes als „sehr schlau“ und „stark“. Dann beschimpft er sie als „verrückte Mistkerle“ und „Gangster“. Auch beim Umgang mit der Islamischen Republik könnten die Gegensätze nicht größer sein. Mal schwärmt der Amerikaner von einem „historischen Friedensabkommen“, das in Reichweite sei. Kurz darauf – und manchmal im selben Moment – droht er mit der „Auslöschung“ des Landes. Trump sei möglicherweise der US-Präsident, der „Irans Führung am wenigsten verstanden hat“, urteilt der ehemalige CIA-Analyst Kenneth Pollack, der den Nahen Osten über mehrere Jahrzehnte studierte. „Trump war sowohl derjenige, der am meisten darauf aus war, eine Vereinbarung mit Iran zu treffen, als auch derjenige, der am stärksten dagegen vorgegangen ist. Er hat festgestellt, dass ihm beides nicht das gebracht hat, was er wollte.“