Iran-Krieg

Trump will bei Chamenei-Nachfolge mitreden

US-Präsident Donald Trump will bei der Nachfolge des getöteten iranischen Anführers Ayatollah Ali Chamenei mitmischen. Am sechsten Tag des Iran-Krieges hat die israelische Armee die iranische Hauptstadt Teheran mit einer neuen Angriffswelle überzogen, während erneute Attacken der iranischen Streitkräfte die Golfstaaten erschütterten.

Rettungskräfte tragen nach Luftangriff in Teheran ein Todesopfer weg, Einsatz bei Katastrophenhilfe und Notfallrettung

Nach einem Luftangriff in Teheran tragen Rettungskräfte ein Todesopfer davon Foto: Majid Khahi/ISNA/AFP

„Ich muss in die Ernennung eingebunden sein“, zitierte die Plattform Axios den Präsidenten am Donnerstag. Im Gespräch ist im Iran u.a. Chameneis Sohn Modschtaba. Diesen lehnt Trump allerdings ab: „Er ist ein Leichtgewicht“, sagte der Präsident in dem Interview. „Chameneis Sohn ist für mich inakzeptabel“, sagte Trump den Angaben zufolge weiter. „Wir wollen jemanden, der dem Iran Harmonie und Frieden bringt.“ Namen nannte er nicht.

Trump hatte am Dienstag bereits eingeräumt, die Nachfolge-Frage im Iran sei ungeklärt. „Die meisten der Leute, an die wir gedacht hatten, sind tot“, sagte der US-Präsident. Zum Schah-Sohn Reza Pahlavi, der in den USA im Exil lebt und hofft, im Fall eines Sturzes der Islamischen Republik selbst das Ruder zu übernehmen, sagte Trump, dieser wirke zwar „wie eine sehr nette Person“. Jemand aus dem Inneren des Iran wäre nach seiner Ansicht aber geeigneter.

Unterdessen hat die israelische Armee am Donnerstag eine „großangelegte Angriffswelle auf die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes in ganz Teheran begonnen“, erklärte das israelische Militär. Aus Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain wurden derweil neue iranische Angriffe gemeldet.

Iranische Medien meldeten am Donnerstag mehrere Explosionen in der Hauptstadt Teheran. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von verkohlten Fahrzeugen und zerstörten Gebäuden, aus denen Rauch aufstieg. Iranischen Medien zufolge wurden ein Sportkomplex, ein Fußballstadion, Verwaltungsgebäude und Ladenfronten infolge der US-israelischen Luftangriffe zerstört.

Angriffe auf Golfstaaten

Fünf Tage nach Beginn der US-israelischen Angriffe gegen den Iran kam es auch in Israel erneut zu Gegenangriffen des Iran: Die israelischen Streitkräfte alarmierten mehrfach die Bevölkerung mit Luftalarm angesichts iranischer Raketenangriffe. In Jerusalem waren zwei Explosionen zu hören, wie AFP-Journalisten berichteten. Die iranischen Streitkräfte hätten „Ziele in Tel Aviv sowie die Meron-Radaranlage“ im Norden Israels mit Drohnen angegriffen, erklärte die iranische Armee im Staatsfernsehen.

Auch aus den Golfstaaten wurden erneut zahlreiche iranische Angriffe gemeldet: In Dubai und in der katarischen Hauptstadt Doha waren Explosionen zu hören. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort in Doha bezeichneten die Detonationen als einige der heftigsten seit dem Beginn der iranischen Angriffe auf die Golfstaaten am Samstag. Auch in Bahrains Hauptstadt Manama waren am Donnerstag Explosionen zu hören. In Saudi-Arabien wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums drei Marschflugkörper und mehrere Drohnen abgefangen.

Die iranische Armee meldete zudem einen weiteren Drohnenangriff auf einen US-Militärstützpunkt in Kuwait. Der wichtige Stützpunkt Camp Buehring im Nordwesten Kuwaits sei mit Kampfdrohnen attackiert worden, erklärte die Armee im iranischen Staatsfernsehen.

Tanker „in Flammen“

In den Gewässern vor Kuwait wurde ein Öltanker von einer „starken Explosion“ getroffen, die nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) zu einem Austritt von Öl führte. Das iranische Staatsfernsehen meldete, die iranischen Revolutionsgarden hätten einen US-Öltanker im Persischen Golf mit einer Rakete getroffen. Der Tanker stehe nun „in Flammen“.

Mit Blick auf den bisherigen Verlauf des am Samstag begonnenen US-israelischen Krieges gegen den Iran hatte US-Präsident Trump zuletzt eine positive Bilanz gezogen – er gab dem Militäreinsatz in einem eigenwilligen Zahlenspiel 15 von zehn Punkten. „Es läuft gut an der Kriegsfront, um es zurückhaltend auszudrücken“, sagte der US-Präsident am Mittwoch. Auch Israel äußerte sich positiv: Die Sprecherin des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, Schosch Bedrosian, sprach von „historischen Erfolgen“ im Krieg gegen den Iran.

Der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei beschuldigte Israel und die USA unterdessen, bei ihren Luftangriffen „absichtlich“ auf zivile Ziele zu zielen, um „größtmögliches Leid und den größten Verlust von Menschenleben“ zu bewirken. „Unser Volk wird brutal abgeschlachtet“, erklärte Bakaei im Onlinedienst X. Iranischen Angaben zufolge stieg die Zahl der bei US-israelischen Angriffen getöteten Iranerinnen und Iraner am Donnerstag auf mehr als 1.230.

Keine Verhandlungen mit den USA

Der Iran strebt nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi derzeit weder eine Waffenruhe noch Verhandlungen mit den USA an. „Wir fordern keine Waffenruhe“, sagte Araghtschi am Donnerstag dem US-Sender NBC News. „Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den USA verhandeln sollten.“

„Wir haben zweimal mit ihnen verhandelt, und jedes Mal haben sie uns mitten in den Verhandlungen angegriffen“, sagte Araghtschi weiter. Die USA hatten im Juni an der Seite Israels in den Zwölf-Tage-Krieg zwischen beiden Staaten eingegriffen und iranische Atomanlagen bombardiert.

Mit Blick auf eine mögliche Bodenoffensive gegen den Iran sagte Araghtschi, ein solcher Schritt würde für die Feinde Teherans mit einer „Katastrophe“ enden. „Wir warten auf sie“, betonte der iranische Außenminister. „Wir sind zuversichtlich, dass wir ihnen die Stirn bieten können.“ Mehrere US-Medien hatten zuvor berichtet, dass die USA kurdische Milizen mit Waffen unterstützen wollen, um einen Aufstand im Iran zu provozieren. Dies wurde vom Weißen Haus dementiert.

Zu der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus sagte Araghtschi, der Iran habe „derzeit nicht die Absicht“, die Meerenge abzusperren. „Aber wenn der Krieg weitergeht, werden wir jedes Szenario in Betracht ziehen.“ (AFP)

1 Kommentare
Luxmann 06.03.202612:33 Uhr

Trump gibt sich selbst ja die note 15 von 10.
Dann wird er auch ein schwergewicht fuer den Iran finden...warum nicht er selbst,sollte er in den USA eventuell eine wahlschlappe erleiden.

Fraulein Smilla antwortete am 06.03.202618:33 Uhr

Oder seinen Kumpel Steve Witkoff , resp . seinen Schwiegersohn Jared Kushner als amerikanischer Prokonsul . Dann waeren die Intresssen der Trump Familie bestimmt in guten Haenden .

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