Österreich
Terrorangst verhilft der ÖVP mit Sicherheitsthemen aus der Defensive
Die FPÖ liegt in den Umfragen nicht mehr uneinholbar auf Platz eins. Drei Wochen vor der Nationalratswahl holt die ÖVP kräftig auf. Das hat sie auch zwei Jung-Islamisten zu verdanken – und der CIA.
Karl Nehammer (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, spricht beim Wahlkampfauftakt der ÖVP Foto: Eva Manhart/APA/dpa
Vor einem Monat stand Österreich unter Schock. Drei Konzerte des Popidols Taylor Swift in Wien wurden kurzfristig abgesagt, nachdem ein 19-Jähriger festgenommen worden war, der Utensilien für den Bombenbau gekauft und schon sehr konkrete Anschlagspläne geschmiedet hatte. Aufgeflogen war der nach wie vor in Untersuchungshaft sitzende Österreicher mit nordmazedonischen Wurzeln aber nur, weil die USA den entscheidenden Tipp gegeben hatten. Wie der stellvertretende CIA-Direktor David S. Cohen inzwischen bestätigt hat, habe man Informationen über vier Personen mit Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehabt, die „geplant hatten, eine hohe Zahl an Menschen – Zehntausende – bei diesem Konzert zu töten“. Den österreichischen Behörden sei es aufgrund dieser Hinweise gelungen, den Anschlag zu verhindern.