Gipfeltreffen in Genf
Tauwetter in der Eiszeit: Biden und Putin ziehen beide eine positive Bilanz ihrer Gespräche
Das Gipfeltreffen zwischen Joe Biden und Wladimir Putin am Mittwoch in Genf dauerte nicht so lange wie geplant. Und die Präsidenten der USA und Russlands klangen danach auch optimistischer als von vielen angenommen. Beide Staaten scheinen sich aus dem Tiefpunkt, auf dem ihre Beziehungen angelangt sind, herausarbeiten zu wollen. Doch dazu braucht es nach den Worten nun Taten. „Mal sehen, was passiert“, sagte Biden.
Kalter Krieg sieht anders aus: Wladimir Putin und Joe Biden am Mittwoch in Genf Foto: AFP/Brendan Smialowski
Wladimir Putin war pünktlich. Das war die erste überraschende Nachricht vom Gipfeltreffen des russischen Präsidenten mit seinem Amtskollegen Joe Biden in einer Villa am Genfer See. Es sollten noch weitere folgen. In der Tat war es dieses Mal der notorische Zuspätkommer Putin, der sich eine Viertelstunde auf die Ankunft Bidens gedulden musste. In den vergangenen Jahren strapazierte Russlands Präsident die Nerven fast aller seiner Besucher. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel wurde einmal vier Stunden warten gelassen, der Papst eine Stunde und auch Bidens Vorgänger Donald Trump und Barack Obama mussten bei ihren Treffen mit Putin erst Daumen drehen, ehe sie empfangen wurden.