Großbritannien
Streit um Transgender-Rechte führt zu Verfassungskonflikt
Auf beinahe allen Politikfeldern, allen voran bei der Frage eines weiteren Unabhängigkeitsreferendums, liegen sich die schottischen Nationalisten mit der konservativen Zentralregierung in London unter Premier Rishi Sunak in den Haaren.
Die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon nutzt jede Gelegenheit, die Zentralregierung in London unter Druck zu setzen Foto: Russell Cheyne/Pool/AFP
Ausgerechnet über die Rechte einer winzigen Minderheit kommt es jetzt zum konstitutionellen Showdown: Am Dienstag blockierte Schottland-Minister Alister Jack ein Transgender-Reformgesetz des Parlaments in Edinburgh mit der Begründung, es laufe gesamtbritischen Gleichheitsgesetzen zuwider. Die Edinburgher Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon von der Nationalpartei SNP nannte den beispiellosen Schritt einen „Angriff auf Schottlands Demokratie“ und kündigte gerichtliche Schritte an.