Ungarn
Stell dir vor, es ist Pride – und die EU geht nicht hin: Zweifel an von der Leyens Haltung nach Pride-Verbot
Nicht zum verbotenen Budapester Pride-Marsch reisen, um Orban nicht zu verärgern? Europaparlamentarier sind verärgert über einen Ratschlag der EU-Kommission. Währenddessen fordern gleich 17 EU-Staaten Konsequenzen für Ungarns neue grundrechtsverletzende LGBTIQ+-Gesetze.
Demonstration am 1. Mai in der Budapester Innenstadt gegen ein neues Gesetz, das LGBTQ+-Pride-Veranstaltungen verbietet Foto: Denes Erdos/AP/dpa
Die Liste ist lang. 17 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, darunter auch Luxemburg, haben am Dienstag eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie der ungarischen Regierung vorwerfen, Gesetze zu verabschieden, die sich gezielt gegen LGBTIQ+-Personen richten und damit gegen grundlegende EU-Werte verstoßen. Mitte März hatte das ungarische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das es möglich macht, Veranstaltungen wie die jährlichen „Prides“ zu verbieten – unter dem Vorwand des Kinderschutzes. Gleichzeitig können mit der Gesetzesänderung nun Geldstrafen an Teilnehmer und Organisatoren verhängt werden. Erlaubt ist außerdem der Einsatz von Gesichtserkennungssoftware, um Personen zu identifizieren, die solche Veranstaltungen organisieren oder besuchen. „Wir sind besorgt über die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Meinungsfreiheit, das Recht, sich friedlich zu versammeln, und das Recht auf Privatsphäre“, heißt es in der Stellungnahme der Länder.