Libanon

Ständige Angst vor Abschiebung nach Syrien

Seit Samer und sein Bruder 2011 aus Syrien in den Libanon geflüchtet sind, haben sie sich trotz aller Entbehrungen und Anfeindungen in dem Nachbarland wenigstens sicher gefühlt. Bis jetzt. Denn völlig überraschend stand in der vergangenen Woche die Armee vor der Wohnungstür von Samers Bruder in einem Vorort von Beirut und nahm die ganze Familie fest. Samers Bruder, dessen Frau und Kinder wurden nach Syrien abgeschoben.

Vergangene Woche demonstrierten Mitglieder der radikal-islamischen Bewegung „Hizb ut-Tahrir“ in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli gegen die Deportation von Flüchtlingen nach Syrien

Vergangene Woche demonstrierten Mitglieder der radikal-islamischen Bewegung „Hizb ut-Tahrir“ in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli gegen die Deportation von Flüchtlingen nach Syrien Foto: Ibrahim Chalhoub/AFP

Nach Angaben von Vertretern humanitärer Organisationen hat die libanesische Armee in den vergangenen Wochen bereits 450 Syrer festgenommen und mindestens 66 abgeschoben. Laut Amnesty International droht den Abgeschobenen zu Hause „Folter und Verfolgung“.

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