„Brüssel hat uns betrogen“
Spediteure auf dem Westbalkan kündigen Blockade der Schengen-Grenzen an
Weil Brüssel den Lkw-Fahrern der EU-Anwärter bei Schengen-Fahrten noch immer keine längeren Aufenthaltsfristen als Touristen gewährt, wollen die Spediteure in vier Westbalkanstaaten ab dem 14. September erneut die Schengen-Grenzen blockieren: Sie fühlen sich in ihrer Existenz bedroht.
Verbitterung im EU‑Wartesaal: protestierende Spediteure und Berufskraftfahrer vor der EU-Delegation in Belgrad Foto: Thomas Roser
Auf die folgenlosen Beschwichtigungen aus Brüssel will der genervte Verbandschef nicht länger vertrauen. „Sie haben uns betrogen“, antwortet Nedjo Mandic, der Vorsitzende von Serbiens Internationalem Transportverband in Belgrad, auf die Frage, warum die Spediteure und Lkw‑Fahrer im EU-Wartesaal auf dem Westbalkan zum zweiten Mal in diesem Jahr zur Blockade der Schengen-Grenzen blasen.
Um längere Aufenthaltsfristen für ihre Fahrer bei Schengen-Fahrten zu erzwingen, wollen die Spediteure in Bosnien, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien ab dem 14. September den Frachtverkehr über die Straße und Schiene an allen Schengen-Grenzen der Region mit Lkw-Blockaden lahmlegen. Mit der Begrenzung der Aufenthaltsdauer für Berufsfahrer „würgt die EU die Wirtschaft ab“, warnt Mandic: „Schon vor sieben Monaten hat Brüssel eine Lösung versprochen und es ist nichts geschehen. Wir können nicht mehr länger warten. Denn immer mehr unserer Firmen stehen vor dem Aus.“