Corona
Serbien und Kroatien wollen Lahmlegung der Wirtschaft unbedingt vermeiden
Europa macht dicht: Die wieder aufgeflackerte Viruskrise lässt immer mehr Staaten verzweifelt auf den Lockdown setzen. Kroatien und Serbien gehen einen anderen Weg: Eine erneute Lahmlegung der Wirtschaft versuchen die Nachbarn trotz steil steigender Infektionszahlen unter allen Umständen zu vermeiden.
Die kroatische Textilindustrie dürfte in der Corona-Krise nicht untergehen Foto: Varteks/Darko Gorenak Godar
Ein lauer Herbstwind streicht über die Terasse des Eiscafés „Crna ovca – Schwarzes Schaf“ in der Belgrader Ulica Njegoseva. Genussvoll lutscht und löffelt eine Handvoll unentwegter Gäste am Abend noch immer ihr Eis: Nur die Gesichtsmasken der Kellner erinnern an die auch in Serbien allgegenwärtige Epidemie. Mit dicken Westen und umgehängten Decken schlürfen die Müßiggänger im Hof der Kneipe „Monks“ im Freien ihr Bier. Gefragt, warum er keine gasbetriebenen Terassenheizer installiere, zuckt der hoch gewachsene Wirt mit den Schultern. Mittel für irgendwelche Investitionen habe er längst nicht mehr: „Und sie werden uns ohnehin bald wieder schließen.“