Bosnien-Herzegowina
Serbenführer Milorad Dodik dominiert trotz Ämterverbots den Wahlkampf im Vielvölkerstaat
Am Sonntag steigen in Bosnien Parlaments-, Präsidentschafts-, Teilstaats- und Kantonswahlen. Erstmals seit 36 Jahren kandidiert der mit einem Amtsverbot belegte Serbenführer Milorad Dodik um keinen Posten. Doch dank US-Schützenhilfe verspürt der russophile Strippenzieher wieder Oberwasser.
Trotz Amtsverbot allgegenwärtig: Der russophile Serbenführer Milorad Dodik diktiert auch ohne Kandidatur den Wahlkampf in Bosnien und Herzegowina Foto: Thomas Roser
Die Tische unter den weißen Kronleuchtern sind gedeckt, die Plätze verteilt. Aber dennoch liegen in dem an einer Ausfallstraße im bosnischen Banja Luka gelegenen „Hochzeitssaal Fil-Mar“ die Nerven blank.
„Wer hat Sie eingeladen?“, fragt misstrauisch ein lokaler Parteifunktionär der SNSD den ausländischen Berichterstatter, der sich zu der Wahlkundgebung in den Festsaal im Vorort Vrbanja verirrt hat: „Wir sind gastfreundlich. Aber wir mögen keine Journalisten, die sich einschleichen.“