MOSKAU MISCHT MIT

Schützenhilfe für russophile Kräfte soll in Serbien und Bosnien die Kluft zur EU vergrößern

Vor den nahenden Parlamentswahlen in Serbien und Bosnien und Herzegowina übt sich Moskau wieder einmal in demonstrativer Schützenhilfe für die russophilen Machthaber in Belgrad und Banja Luka. Das Ziel: antiwestliche Stimmungen schüren – und die Kluft der Anwärter zur EU vergrößern.

Serbiens Präsident Vucic bei der Unterzeichnung seines Rücktrittschreibens

Serbiens Präsident Vucic bei der Unterzeichnung seines Rücktrittschreibens Foto: AFP

Ohne den Kremlchef im fernen Moskau geht beim zwischen Ost und West lavierenden EU-Anwärter Serbien kaum ein Wahlkampf über die Bühne. Eine Stunde lang habe er mit Wladimir Putin am Telefon über die Verlängerung des Gasabkommens gesprochen, verkündete Serbiens Präsident Aleksander Vucic kurz vor seinem Abtritt am Sonntagabend stolz: Es sei damit zu rechnen, dass Serbien weiter russisches Erdgas für 318 Euro statt der marktüblichen 868 Euro pro 1.000 Kubikmeter beziehen könne.

Wie einst Putin 2008 will auch Serbiens autoritär gestrickter Dominator bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 25. Oktober zurück auf den Premiersessel rotieren. Und genauso wie bei den am Sonntag steigenden Parlaments-, Präsidentschafts- und Regionalwahlen im benachbarten Bosnien mischt Moskau auch bei Serbiens Urnengang mit der Unterstützung seiner russophilen Hoffnungsträger kräftig mit. Das Ziel: antiwestliche Stimmungen zu schüren – und die Kluft zur EU weiter zu vergrößern.

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