Transnistrien
Russischer Gaslieferungsstopp soll zu Protesten und Fluchtwelle führen
Für gewöhnlich wartet Wadim Krasnoselski mit Erfolgsmeldungen im sowjetischen Stil auf, doch diesmal ist es anders. „Das Leben der Bürger unseres Staates ist gefährdet, denn es ist unmöglich, die Bevölkerung mit der nötigen Energiemenge zu versorgen“, warnte am Wochenende der „Staatschef“ Transnistriens, des de facto von Moldawien unabhängigen prorussischen Separatistengebietes.
Transnistrien war bisher zu 100 Prozent von russischen Energielieferungen abhängig Foto: AFP/Sergei Supinsky
Schuld daran ist laut Krasnoselski das östliche Nachbarland Ukraine, das am 1. Januar den russischen Erdgas-Transit durch ihr Gebiet gestoppt hat. Mitschuld tragen aber auch der westliche Teil Moldawiens mit der pro-EU-Regierung in Chisinau und Brüssel. Krasnoselski ließ sein Parlament deshalb einen Notstand bis 8. Februar beschließen. Krasnoselski ist der Chef über noch rund 450.000 mehrheitlich russischsprachige Transistorier, die auf einem schmalen Landstrich östlich des Flusses Dnister leben, der sich nach einem kurzen, aber blutigen Bürgerkrieg 1990 für unabhängig erklärt hat.