Lettland
Russische Desinformation beeinflusst die Parlamentswahlen
Sechs Wochen nach dem Abschuss einer aus Belarus anfliegenden Drohne wird in Lettland ein neues Parlament gewählt.
Lettlands Premierminister Andris Kulbergs könnte seine Koalition nach den Wahlen möglicherweise weiterführen Foto: Jouni Porsanger/Lehtikuva/AFP
Das bei Rugaij nahe der russisch-lettischen Grenze abgestürzte Flugobjekt stammte aus der Ukraine und war auf dem Weg in die russischen Ostseehäfen bei St. Petersburg. Mutmaßlich von der russischen Luftverteidigung elektronisch abgedrängt, stiften solche Drohnen seit Frühjahr viel Unruhe in Lettland.
„Wir alle haben Angst; ich hoffe nur, dass der Krieg nicht zu uns kommt“, erzählte Zhanna bei einem Besuch auf dem Markt von Daugavpils, mit gut 70.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Lettlands und dazu die größte mehrheitlich russischsprachige Stadt der EU. Die Russin mit ihren schwieligen Händen verkauft Erdbeeren und Kartoffeln und hat just am Tag des Absturzes zweier Drohnen in ein Öllager in Rezekne Anfang Mai die Aufnahmeprüfung für die dortige Kunstschule geschafft. Sie will mehr als Kartoffeln auf dem Markt verkaufen, doch bangt sie nun wegen der Drohnen um ihr Studium.