Reportage
Rumänien zeigt mittels Andrew Tate null Toleranz für Menschenhandel
Ein britisch-amerikanischer Kickbox-Weltmeister wandert ins arme Rumänien aus, wo das Gesetz angeblich lascher gehandhabt wird, kauft dort Spielsalons, betreibt Internet-Coaching und investiert in Internet-Filmproduktionen. Im Hof seiner 20-Millionen-Dollar-Villa sammelt er Ferraris und andere Luxusschlitten.
Das immer wieder wegen Problemen mit der Justiz gegeißelte Rumänien könnte sich durch eine saubere Aufklärung des Andrew-Tate-Skandals einiges an Goodwill einspielen Foto: Georg van der Weyden
Vor Ort im Norden der rumänischen Hauptstadt Bukarest sieht es prosaischer aus. „Hier leben nur unsere Reichen“, sagt Oviedu, mein Fahrer, „und schließlich landen sie alle doch auf diesem Friedhof.“ Wir haben endlich den Gemeindefriedhof von Pipera, einer Vorortgemeinde von Bukarest, erreicht. Vier schwarze Katzen lungern am Friedhofstor herum, warten auf treue Besucher mit etwas Knochen aus den Küchenabfällen. Rund um den Friedhof boomt die Vorstadt. Auf drei Seiten werden neue Siedlungen hochgezogen. Noch stehen nur graue Mauern im Schnee, doch bald werden sie eingezäunt wie das nahe „American Village“.