Polen

Rentenreform ist trotz Überalterung ein rotes Tuch

Polens Premierminister Mateusz Morawiecki will wiedergewählt werden und wird deshalb keine Rentenreform anleiern

Polens Premierminister Mateusz Morawiecki will wiedergewählt werden und wird deshalb keine Rentenreform anleiern Foto: Olivier Matthys/Pool/AFP

Trotz fortschreitender Überalterung ist eine Rentenreform in Polen ein rotes Tuch. Dies gilt vor allem für die rechtspopulistische Regierung, aber auch die liberale und linke Opposition. Jaroslaw Kaczynskis Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) hatte nämlich die Macht in Polen im Herbst 2015 mit dem Versprechen erobert, Donald Tusks verhasste Rentenreform zu stoppen. Die Liberalen wollten das Rentenalter von 60 Jahren für Frauen und 65 Jahren für Männer gestaffelt ab 2013 auf 67 Jahre für alle erhöhen. Dagegen waren Ende 2012 laut Umfragen 84 Prozent der Männer und 91 Prozent der Frauen – ein ideales Protestreservoir für PiS. Nach dem PiS-Wahlsieg wurde Tusks Rentenreform im Oktober 2017 gestoppt. Kaczynskis Regierungsmannschaft brachte dies auch jenseits rechtskatholischer Kreise viel Applaus.

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