Großbritannien
Rekordstromerzeugung aus Wind und Sonne
Zum ersten Mal im vergangenen Jahrzehnt war Großbritannien 2022 ein Netto-Stromexporteur. Dadurch konnte die Brexit-Insel im vergangenen Jahr häufig die Elektrizitätsengpässe bei den Nachbarn, besonders in Frankreich, ausgleichen.
Großbritannien will sich aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen lösen Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Möglich wurde der lukrative Überschuss vor allem durch den stetig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung des Landes. Die Stromerzeuger hätten „ein Jahr wie kein anderes“ erlebt, resümiert Iain Staffell vom Londoner Imperial College. Der Wissenschaftler ist mitverantwortlich für eine Website, die anhand detaillierter Daten vor allem des Netzbetreibers National Grid zusammengestellt und vom Energieversorger Drax bezahlt wird. Demzufolge war Windenergie für 27 Prozent der Stromproduktion verantwortlich, ein neuer Rekord. Hinzu kamen weitere elf Prozent aus Biomasse, Solaranlagen und von Wasserkraftwerken. Atomkraftwerke steuerten 16 Prozent zum Energiemix bei, die noch vor Jahren dominierenden Kohlekraftwerke hingegen nur mehr ein Prozent.