Österreich
Regierungsbildungsauftrag für FPÖ-Chef Kickl entzückt Rechtsextreme
FPÖ-Chef Herbert Kickl ist einen weiteren Schritt näher am Kanzleramt: Bundespräsident Alexander van der Bellen beauftragte den Rechtspopulisten am Montag mit der Regierungsbildung. Was Rechtsextremisten nicht nur in Österreich in Hochstimmung versetzt.
Der Chef der rechtsextremistischen Partei FPÖ, Herbert Kickl, auf dem Weg zum Regierungschef in Österreich Foto: AFP/Joe Klamar
„Jetzt ist die Zeit für Herbert Kickl, den grandiosen Strategen“, jubelte Martin Sellner über die Aussicht auf einen FPÖ-Bundeskanzler. Der Bundespräsident war in weniger guter Stimmung, als er am Montag in der Hofburg verkünden musste, dass er getan hatte, was er als ehemaliger Chef der Grünen nie hätte tun wollen: Herbert Kickl mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragen. Es war weniger die grandiose Strategie des FPÖ-Chefs, die diesen vor die Tür zum Kanzleramt geführt hat. Auch Van der Bellen hatte seinen Anteil daran, als er nach dem FPÖ-Triumph bei der Wahl im September nicht der Usance entsprechend den Chef der stimmenstärksten Partei, also gleich Kickl, mit der Regierungsbildung beauftragt hatte. Das Staatsoberhaupt kann ins Treffen führen, dass damals keine andere Partei mit der FPÖ koalieren wollte, ein Auftrag an Kickl also leere Kilometer gewesen wären.