Russland
Putins Prolog zum großen Krieg – was die Rede des Kreml-Chefs wirklich bedeutet
Russland erkennt die Separatistengebiete in der Ostukraine an. Die Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin vor seiner Unterschrift ist wirr und bizarr. Und sie ist in der Tat historisch. Was sie bedeutet.
Putin hat bei einer Fernsehansprache die Staatlichkeit der Ukraine als Ganzes infrage gestellt, zudem hat er die beiden Regionen Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine als unabhängige „Volksrepubliken“ anerkannt Foto: dpa/Sputnik/Aleksey Nikolskyi
Die Lage in der Ostukraine verschärfe sich, man müsse handeln. Ganz schnell. So raunt es durch Moskau an diesem Montag. Das Staatsfernsehen sendet Bilder von weinenden Kindern, die mit Sack und Pack ihr Zuhause haben verlassen müssen, geflohen mit Müttern und Großmüttern, geflohen „vor Schüssen, vor Bomben“, vor der Regierung in Kiew, die „ihre eigenen Leute quält“, heißt es quer durch die Sendungen. Das Eilige, Plötzliche, Unerwartete, das der russische Staat da an den Tag zu legen versucht, stellt sich bereits nach kurzer Zeit als eine lang geplante Operation heraus. Eine Schmierenkomödie nach Kreml-Art, die wie nie zuvor den russischen Feldzug gegen einen Nachbarstaat offenlegt, dem Moskau die Staatlichkeit aberkennt.