Ukraine-Konflikt
Putin erkennt selbsternannte „Volksrepubliken“ an
Er hat es getan. Nach einer inszenierten Sitzung von Russlands nationalem Sicherheitsrat, erkennt der russische Präsident Wladimir Putin die selbsternannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk an. Was das heißt, ist vorerst unklar.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat gestern bei einer Fernsehansprache die Staatlichkeit der Ukraine als Ganzes infrage gestellt Foto: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
„Die Zeit ist gekommen, Aufschub unmöglich.“ Walentina Matwijenko, die Vorsitzende des Föderationsrates, drängt. Wie alle anderen in Russlands Sicherheitsrat, die sich wie Schulkinder im Katharinensaal des Kremls versammelt haben, um Wladimir Putin, ihren Präsidenten, zu bitten. Zu flehen gar. Er belehrt sie, zwingt sie zum Hinsetzen – und er unterschreibt schließlich das Dekret: die Anerkennung der selbsternannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk. Damit ist das Minsker Abkommen, auf das Putin in den vergangenen Wochen gepocht hatte, gescheitert. Die Schuld daran gibt der Kreml Kiew – samt den USA und Europa, die in den Augen Putins nicht genug auf die Ukraine eingewirkt hätten.