Zum Queen-Jubiläum
Premier Johnson will imperiale Maßeinheiten wiederbeleben
Eine Krone, hurra! Pünktlich zu den viertägigen Feiern des 70. Thronjubiläums, mit dem die Nation von Donnerstag an ihre Queen ehrt, wartet die Regierung von Premierminister Boris Johnson mit einer patriotischen Nachricht auf: Auf den Pint-Gläsern (0,568 Liter) im Pub werde sich demnächst wieder eine Königskrone finden.
„Hoch die Tassen“: Boris Johnson bei einer Zusammenkunft in Downing Street 10 anlässlich der Verabschiedung eines Sonderberaters in der Zeit, als strenge Corona-Einschränkungen herrschten. Der Premierminister will offensichtlich von der Debatte darüber ablenken. Foto: Sue Gray Report/Cabinet Office/PA Media/dpa
„Cheers, Your Majesty“, titeln begeisterte Boulevardblätter ganz im Sinn des derzeitigen Bewohners von Downing Street Nummer Zehn, wo bekanntlich auch in schwersten Lockdown-Zeiten alkoholisierter Frohsinn nicht fehlen durfte. Die Zeitungen sind vom royalen oder doch eher ganz profanen Rausch so benebelt, dass sie nicht einmal fünf Monate zurückschauen können. Zu Jahresbeginn veröffentlichte der Regierungschef eine Brexit-Bilanz, genau ein Jahr nach dem endgültigen Austritt des Königreiches aus Binnenmarkt und Zollunion der EU. Schon damals wurde die Krone als Errungenschaft der neuen Freiheit außerhalb des ungeliebten Bündnisses gefeiert. Ebenso brüstete sich Johnson Anfang Januar damit, er habe „das Verbot“ aufgehoben, Waren in Pfund zu verkaufen anstatt in Kilos.