Sanktionen gegen Siedlerprodukte

Politologin Tamar Hermann: „Israelis wissen nicht einmal, wo Luxemburg liegt“

Luxemburg will den Import von Waren aus illegalen israelischen Siedlungen verbieten. In Israel stößt das auf wenig Gegenliebe, wie eine Umfrage des Israel Democracy Institute (IDI) erstmals belegt. Die renommierte Politologin Tamar Hermann, Autorin der IDI-Studie, erklärt, warum Sanktionen dort als Angriff auf das ganze Land gelten, warum Frankreich so schlecht wegkommt und was das für die Parlamentswahl am 27. Oktober bedeutet.

Israelische Siedler versammeln sich in der Nähe eines palästinensischen Olivenhains nahe der Ortschaft Deir Abu Mashal im Westjordanland. Extremistische israelische Siedler eignen sich Olivenhaine an, die Palästinensern gehören.

Israelische Siedler versammeln sich in der Nähe eines palästinensischen Olivenhains nahe der Ortschaft Deir Abu Mashal im Westjordanland. Extremistische israelische Siedler eignen sich Olivenhaine an, die Palästinensern gehören. Foto: Ilia Yefimovich/AFP

Tageblatt: Luxemburg bereitet ein Importverbot für Waren aus israelischen Siedlungen vor. Wie wird das in Israel wahrgenommen?

Tamar Hermann: Ehrlich gesagt glaube ich, dass die meisten Israelis nicht einmal wissen, wo Luxemburg liegt. Es gibt Länder wie die USA, die für Israel wirtschaftlich und militärisch wirklich bedeutend sind. Die Beziehung zu Luxemburg ist bei allem Respekt eher symbolisch. Dennoch würde ich sagen, dass Luxemburgs Schritt für uns bedeutend ist, weil er zeigt, wohin der Wind weht. Israel verliert international seinen Rückhalt.

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