Migration

Politiker warnen vor „zweitem Lesbos“ auf den Kanaren

„Die Kanaren dürfen kein zweites Lesbos werden“, sagt Diego Ojeda. Er ist in Telde, Gran Canarias zweitgrößter Stadt, im Rathaus für Sozialpolitik zuständig. Bisher seien die Brände auf den Kanarischen Inseln nur emotionaler Art, warnt Francisco Suárez Álamo, Chefredakteur der Inselzeitung „Canarias 7“. Aber dies könne sich ändern, wenn die spanische Regierung und die EU den Inseln in der aktuellen Flüchtlingskrise nicht bald stärker helfen würden.

Ein spanischer Polizist inspiziert eines der Boote, mit denen Flüchtlinge aus Afrika auf Gran Canaria angekommen sind

Ein spanischer Polizist inspiziert eines der Boote, mit denen Flüchtlinge aus Afrika auf Gran Canaria angekommen sind Foto: AFP/Désirée Martin

Seit auf den zu Spanien gehörenden Kanaren, die vor der westafrikanischen Küste liegen, immer mehr Migrantenboote ankommen, wachsen die sozialen Spannungen auf den Inseln. Vor allem auf Gran Canaria, an deren Küsten derzeit die meisten Migranten und Flüchtlinge antreiben. Es habe bereits „traurige und alarmierende Ereignisse des Rassismus“ gegeben, berichtet Insel-Regierungschef Antonio Morales. Die Ängste der Bevölkerung, die schon unter der Corona-Krise schwer leide, würden von ultrarechten Gruppen instrumentalisiert, um Hass zu schüren.

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