Nach Magdeburger Anschlag
Politiker fordern mehr Befugnisse und Personal für Sicherheitsbehörden
Zwei Tage nach dem brutalen Anschlag in Magdeburg beginnt die Debatte über politische Konsequenzen. Union und SPD wollen den Sicherheitsbehörden mehr Befugnisse geben, etwa die Vorratsdatenspeicherung ermöglichen, die bisher von der FDP verhindert worden war.
Die Feuerwehrleute von Magdeburg gedachten am Sonntag gemeinsam der Opfer des Anschlags vom Freitag Foto: AFP/John MacDougall
Fassungslosigkeit, Verzweiflung, Trauer, Empörung, Erregung – der brutale Anschlag eines 50-jährigen Arztes aus Saudi-Arabien auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt am Freitagabend hat in ganz Deutschland heftige Emotionen ausgelöst und die politische Debatte aufgeheizt. Während sich trauernde Menschen in Magdeburg versammelten, gingen am Samstagabend rund 1.000 Rechtsextremisten mit fremdenfeindlichen Parolen auf die Straße, Ausländer wurden körperlich angegriffen. Noch am Freitagabend hatten drei Menschen in der Stadt den Anschlag öffentlich bejubelt, ihre Personalien wurden aufgenommen. Politiker versprachen Reaktionen mit aller Härte des Gesetzes gegen den Täter, sowie Hetze und Gewalt. Die Tat weckte Erinnerungen an den Anschlag des Islamisten Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz vor fast genau acht Jahren.