Aufrüstung an der Weichsel
Polen will das wichtigste NATO-Mitglied werden
Demnächst sollen an der Weichsel fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung ausgegeben werden. Als Begründung dient der russische Angriff auf die Ukraine.
Präsident Duda und der polnische Verteidigungsminister begrüßten die erste Lieferung von Panzern und Panzerhaubitzen aus Südkorea und freuten sich über die rasche Umsetzung einer im Sommer unterzeichneten Vereinbarung angesichts des Krieges in der Ukraine Michal Dyjuk/AP/dpa
Mit ernsten Gesichtern haben sich 400 Männer der 16. Mechanisierten Division im leichten Schneetreiben auf einem Appellplatz in Olsztyn (Allenstein) in Masuren aufgestellt. Es handelt sich um „Freiwillige Zeitsoldaten des Polnischen Heeres“, keine Berufssoldaten. 15.000 Ausbildungsplätze wurden im Mai für diese neue polnische Truppe zusätzlich geschaffen; 25.000 weitere sollen 2023 dazu kommen. 3.000 Zeitsoldaten wurden alleine im Dezember vereidigt. Über zehnmal mehr sollen es Ende nächsten Jahres sein. Um dies zu unterstreichen, ist Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak eigens nach Olsztyn angereist. „Wir bilden euch aus, weil wir das Heer vergrößern wollen, damit Polen sicherer wird“, sagt der rechtsnationale Verteidigungsminister. Blaszczak lässt durchblicken, dass er auf den freiwilligen Eintritt vieler Zeitsoldaten ins Berufsheer hofft. Laut Verteidigungsministerium in Warschau sollen dies in Olsztyn Dreiviertel der Vereidigten erwägen, ein Viertel will weiterhin ihrem zivilen Beruf nachgehen, jedoch der nach dem Wahlsieg der Rechtskonservativen neu geschaffenen „Territorialverteidigung“ (WOT) als Reservisten zur Verfügung stehen.