Iran-Krieg
Pipelines zum Mittelmeer: Wie die Golfstaaten der Hormus-Falle entkommen wollen
Schutz gegen Iran: Öl-Giganten wie Saudi-Arabien und die Emirate machen viel Geld für neue Pipelines locker. Doch die Sache hat einen Haken.
Saudi-Arabien verlegt gerade mit Hochdruck neue Pipelines, um sich für die Zukunft abzusichern Foto: AFP
Lange Zeit schwammen die Öl- und Gasgiganten am Persischen Golf in Geld. Die Skylines von Dubai oder Doha erinnerten an Manhattan-ähnliche Metropolen in der Wüste und wurden zu Markenzeichen für den sagenhaften Reichtum der Scheichs. Die milliardenschweren Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars oder Saudi-Arabiens investierten weltweit in Premium-Unternehmen, um Gewinne abzuschöpfen. Doch die Blockade der Straße von Hormus durch Teheran hat die große Einnahmequelle der Petrodollars trockengelegt. Die Meerenge, durch die vor dem Iran-Krieg rund ein Fünftel des globalen Handels mit Öl, Ölprodukten und Gas vor allem Richtung Asien floss, ist von der Weltwirtschaft praktisch abgeklemmt.
Die Golfstaaten suchen nun fieberhaft nach neuen Wegen für den Export ihrer Rohstoffe. Um künftig den Raketenhagel Irans in der Straße von Hormus zu umgehen, plant die Golfregion den Bau neuer sowie die Erweiterung oder Aktivierung alter Pipelines. In den Vereinigten Arabischen Emiraten, die während des Krieges rund die Hälfte aller iranischen Drohnenangriffe abbekommen haben, laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Bereits 2027 soll die Habshan-Pipeline zwischen den Ölfeldern westlich von Abu Dhabi und dem Hafen Fujairah eine zweite Rohrleitung erhalten. Fujairah liegt am Golf von Oman, also jenseits des neuralgischen Punkts der Straße von Hormus. Die Emirate wollen so ihre Förderkapazität über diese Strecke von 1,8 auf 3,6 Millionen Barrel pro Tag verdoppeln.