Geopolitik
Persien bezwingen? Das ist leichter gesagt als getan – seit 2.500 Jahren
Krösus glaubte, ein Orakel auf seiner Seite zu haben. Alexander der Große hatte das mächtigste Heer seiner Zeit. Roms Kaiser verfügten über die bestausgerüstete Armee der antiken Welt. Sie alle scheiterten – und die Geschichte dieser Niederlagen liest sich wie eine Lektion. Donald Trump könnte der Nächste sein, dem sie erteilt wird.
Die jüngste Rettung eines US-Piloten aus iranischem Territorium zeigt erneut, wie gefährlich Einsätze in dieser Region sind Foto: AFP/Iran’s Revolutionary Guard via Sepah News
Es gibt eine Warnung, die sich durch die Jahrtausende zieht – und die Mächtige offenbar bis heute nicht hören wollen. Peter Edwell, außerordentlicher Professor für Alte Geschichte an der Macquarie University in Sydney, hat sie in einer ausführlichen Analyse für das Wissenschaftsportal „The Conversation“ herausgearbeitet: Wer Persien – den heutigen Iran – militärisch herausfordert, hat in der Geschichte fast immer verloren. Oder zumindest weit weniger gewonnen, als erhofft.
Die Geschichte beginnt im Jahr 546 vor Christus. Krösus, König von Lydien im heutigen Westanatolien und dem Ruf nach der reichste Mann seiner Zeit, stand vor einer folgenreichen Entscheidung: Sollte er das aufstrebende Achämenidenreich Persiens angreifen? Er tat, was Herrscher damals taten – er befragte das Orakel des Apollo in Delphi. Die Antwort schien eindeutig: Wenn er ein Heer gegen die Perser schicke, so werde er ein großes Reich zerstören.