Migrationskrise im Ärmelkanal
Noch nie wagten so viele Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt nach England
Britische Zeitungen sprechen von einer Migrationskrise am Ärmelkanal. Nachdem es wochenlang ruhig gewesen ist, nutzen jetzt Menschenschmuggler das gute Wetter aus, um verzweifelte Migranten in kleinen Schlauchbooten über die rund 33 Kilometer weite Meeresenge zwischen Calais und Dover zu verschiffen. Die britische Innenministerin Priti Patel ist empört und droht Frankreich mit Konsequenzen.
Von Grenzschutzbeamten aufgefischt und in den Hafen von Dover gefahren: Am Wochenanfang wagten mehr als tausend Menschen die gefährliche Überfahrt nach England Foto: dpa/Gareth Fuller
Der bisherige Rekord wurde am 21. August gesetzt, als 828 Flüchtlinge ankamen. Jetzt ist er übertroffen worden, nachdem am Wochenanfang mehr als tausend Migranten die gefährliche Überfahrt nach England wagten. In Großbritannien stellten im Jahr 2020 weniger als 30.000 Menschen einen Asylantrag. Im europäischen Vergleich ist das eine eher geringe Zahl. Trotzdem führen die Überfahrten im Ärmelkanal immer wieder zu dramatischen Bildern und generieren empörte Schlagzeilen in konservativen Massenblättern. Innenministerin Priti Patel kam deswegen schon seit längerem unter Handlungsdruck.