Nordirland
Nicht rückwärtsgewandt genug: Ministerpräsidentin Arlene Foster tritt zurück
Der Rücktritt von Ministerpräsidentin Arlene Foster wirft ein Schlaglicht auf die schwere politische Krise Nordirlands. Der Brexit ist zwar Hauptursache – aber bei weitem nicht die einzige.
Zu Fosters Sturz trug bei, dass sie sich vergangene Woche im Belfaster Regionalparlament enthielt, als es um das Verbot der Konversionstherapie, also der angeblich möglichen Umorientierung von Homosexuellen, ging Foto: AFP/Paul Faith
Eindeutiger hätte die Geste kaum ausfallen können. Kaum sickerte am Mittwoch in Belfast durch, die nordirische Ministerpräsidentin Arlene Foster werde nach gut fünf Amtsjahren ihren Rücktritt ankündigen, signalisierte der Favorit auf Fosters Nachfolge in Partei- und Staatsamt schon einen Kurswechsel: Kurzfristig sagte Umwelt- und Agrarminister Edwin Poots ein lange vereinbartes Treffen mit seinem südirischen Pendant ab. Denn auf der Tagesordnung standen unter anderem praktische Probleme des britischen EU-Austritts; dieser stellt die Hauptursache für das vorzeitige Aus der 50-jährigen Vorsitzenden der protestantisch-unionistischen DUP dar.