Landung scheitert
Nacht der geplatzten Träume: kein luxemburgischer Rover auf dem Mond
Es hätte ein doppelter Festakt werden sollen: Erst 20 Jahre Zusammenarbeit zwischen Luxemburg und der European Space Agency (ESA) feiern und dann die erfolgreiche Mondlandung der Ispace-Mission mit dem luxemburgischen Rover „Tenacious“ an Bord. Doch es kommt anders.
Spuren auf dem Mond: das Ispace-Testgelände für den Rover in einer Halle nahe des Luxemburger Bahnhofs Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Um 21.16 Uhr mitteleuropäischer Zeit bricht plötzlich die Verbindung ab. Von einer Sekunde auf die nächste verschwinden die Zahlen, die gerade noch Geschwindigkeit und Höhe der Landesonde „Resilience“ angegeben haben. 300 km/h, TGV-Tempo, noch einige Hundert Meter. Dann plötzlich nichts mehr. Im vollbesetzten Kinosaal des Kinepolis auf Kirchberg herrscht Stille. Eine Minute, zwei Minuten. Die anvisierte Landezeit verstreicht. Immer noch gibt es keine Kommunikation mit der „Resilience“. Auf der Leinwand sind nun Bilder aus dem Kontrollzentrum in Tokio zu sehen, dort ist es kurz nach 3 Uhr in der Früh. Gespannte Minen wandeln sich in besorgte Gesichter. Ein Mann schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Die etwa 750 Gäste in den beiden Kinosälen im Kinepolis, darunter auch Wirtschaftsminister Lex Delles, werden langsam unruhig. Luxemburgs Mondtraum steht auf der Kippe. Dann meldet sich das Kontrollzentrum: Vorerst gibt es keine Verbindung und keine Informationen. Man werde in einigen Stunden die Öffentlichkeit informieren. Während man in Tokio in einen arbeitsreichen Tag startet, endet der Abend in Luxemburg mit Ernüchterung.