Vor Stichwahl in Brasilien
Mit Bildung aus der Armut: Programm von Lula hat mindestens 48 Millionen Menschen geholfen
Das von Präsident Lula da Silva in seiner ersten Amtszeit eingeführte „Bolsa Familia“ hat mindestens 48 Millionen Brasilianer aus der Armut geholt und führte dazu, dass viele Jugendliche zur Schule gehen können. Mathematiklehrer Martins José erklärt – vor der Stichwahl um die Präsidentschaft am 25. Oktober – die Bedeutung der Sozialtransfers und das brasilianische Bildungssystem.
Schüler in Jaboatão dos Guararapes im Bundesstaat Pernambuco Foto: Chico Bezerra/Prefeitura Municipal do Jaboatão dos Guararapes
Tageblatt: Martins José, wie ist das brasilianische Schulsystem aufgebaut?
Martins José: Es umfasst die Vorschule, Grundschule I (1. bis 5. Klasse), Grundschule II (6. bis 9. Klasse) und Sekundarstufe I oder Sekundarstufe II (drei Jahre). Dies ist der allgemeine Bildungsweg, der entweder vollständig im öffentlichen oder vollständig im privaten Schulsystem oder teils im öffentlichen und teils im privaten Schulsystem absolviert werden kann. Die Verfassung von 1988 sieht vor, dass Kindertagesstätten sowie die Grundschule I und die Grundschule II vom kommunalen Schulwesen angeboten werden, die Sekundarstufe II von den Bundesstaaten. In Salvador in Bahia gibt es staatliche Schulen, die noch die Sekundarstufe II anbieten. Deren Zuständigkeit soll im Laufe der Zeit auf das kommunale öffentliche Schulnetz übergehen. Die Hochschulen, also Universitäten, Bachelor- und Masterstudiengänge, fallen in erster Linie in die Zuständigkeit des brasilianischen Staates. Die öffentlichen Universitäten sind für ihre hohen Bildungsstandards bekannt. Manche haben international einen ausgezeichneten Ruf, die Universität von São Paulo (USP) zum Beispiel.