Tageblatt-Feature
Mehr Flüchtlinge im Flüchtlingsland: Die Balkanroute führt immer häufiger über Albanien
Die zunehmende Abriegelung der serbisch-mazedonischen Grenze lässt mehr Flüchtlinge und Migranten über Albanien den Weg nach Westen suchen.
Die Vjosa ist einer der letzten Wildflüsse Europas – und Teil einer gefährlichen Migrationsroute Foto: Armand Back
Der erhoffte Aufbruch in ein neues Leben in Italien endete für die Schiffbrüchigen im albanischen Krankenhaus. Stark unterkühlt und dennoch mit Verbrennungen wurden 55 Geflüchtete aus Syrien, Iran und Ägypten von der Küstenwache Anfang Januar unweit der Hafenstadt Vlora aus ihrem sinkenden Schlauchboot gefischt. Starker Wellengang und Wind hatten die Luftkammern des drei Stunden lang in der Mündung des Flusses Vjosa treibenden Boots schwer beschädigt. Gleichzeitig wurden die hilflosen Passagiere mit glutheißem Benzin aus dem defekten Motor bespritzt.