Sexueller Missbrauch
Mauer des Schweigens fällt nun auch in Spaniens Kirche
„Ich wurde begrabscht, vergewaltigt und mit Drohungen zum Schweigen gezwungen. Es war für mich die Hölle.“ Viele Jahre traute sich Alejandro Palomas nicht, über diesen Horror zu sprechen, den er als Kind in einer katholischen Schule in der Nähe Barcelonas über sich ergehen lassen musste.
Der Vorsitzende der spanischen Bischofkonferenz, Kardinal Juan José Omella (r.), kündigt auf einer Pressekonferenz in Madrid eine unabhängige Prüfung der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in der spanischen katholischen Kirche an Foto: Isabel Infantes/EUROPA PRESS/dpa
Monatelang wurde er dort durch einen Ordensbruder missbraucht. Nun ging der 54-jährige spanische Schriftsteller an die Öffentlichkeit und löste mit seiner Anklage in ganz Spanien einen Tsunami aus. Seit Alejandro Palomas mit seinem Bekenntnis im Radiosender „Ser“ Schockwellen durch das Land schickte, melden sich immer mehr Opfer, die in den letzten Jahrzehnten im Kindesalter in katholischen Kirchen und Schulen sexuell attackiert wurden. „Ich fürchtete zunächst, ich würde alleine dastehen“, berichtet Palomas. „Aber jetzt sehe ich, dass es viele Betroffene gibt.“