Österreich

Machtberauschte FPÖ überspannte den Bogen: Koalitionsverhandlungen geplatzt

Es kam wie erwartet: Die Koalitionsverhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP sind am Mittwoch geplatzt – und damit auch Herbert Kickls Traum vom Kanzleramt. Mehr als vier Monate nach der Wahl steht Österreich einmal mehr vor der Frage, wie es nun weitergehen soll.

FPÖ-Chef Herbert Kickl vor Beginn der Koalitionsverhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP in Wien

FPÖ-Chef Herbert Kickl vor Beginn der Koalitionsverhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP in Wien Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

Diesem Anfang wohnte kein Zauber inne. Gleich vom Start weg hatte die FPÖ die Christdemokraten spüren lassen, wer in dieser Koalition den Ton angeben würde. Der neue Parteichef Christian Stocker hoffte vergeblich, Kickl würde sich den Chefsessel am Ballhausplatz weitreichende Zugeständnisse kosten lassen. Obwohl nur zweieinhalb Prozentpunkte stärker als die ÖVP, gerierte sich die FPÖ so, als hätte sie im September die „Absolute“ errungen. Kickl bestand nicht nur auf dem Innenministerium, sondern stellte Forderungen, die auf einen „Öxit“ durch die Hintertür und ein Ende der Westorientierung der Alpenrepublik hinausgelaufen wären. Urteile des Europäischen Gerichtshofes hätten nicht länger Vorrang vor nationalem Recht haben, Österreich aus der NATO-Partnerschaft für Frieden und dem Sky-Shield-Abkommen austreten sollen.

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