Brasilien
Lula da Silvas Strahlkraft droht im Jahr vor den Präsidentschaftswahlen zu verblassen
Die Wirtschaft des größten Landes Lateinamerikas hat sich erholt, leidet aber weiter unter den bekannten strukturellen Schwächen. Die Popularität des linken Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva hat nachgelassen, seine gesundheitlichen Probleme nähren Zweifel an seiner Wiederwahl 2026. Derweil bleibt der rechtsextreme „Bolsonarismus ohne Bolsonaro“ stark, während ein Mitte-rechts-Bündnis zuletzt Erfolge erzielt hat.
Lula da Silva während der Verleihung des Ordens für kulturelle Verdienste, der höchsten öffentlichen Auszeichnung im brasilianischen Kultursektor, vor dem modernistischen Gustavo-Capanema-Palastgebäude, das am 20. Mai in Rio de Janeiro wiedereröffnet wurde Foto: AFP/Daniel Ramalho
Kurz hielt halb Brasilien den Atem an. Als Präsident Luiz Inácio da Silva im vergangenen Oktober im Badezimmer stürzte, zog er sich eine Schnittwunde am Kopf zu. Diese musste genäht werden. Doch damit war die Sorge um den Staatschef noch nicht ausgestanden. In der Folge des Unfalls bildete sich ein Blutgerinnsel am Kopf des 79-Jährigen, das operativ behandelt werden musste. Als sich Lula genesen der Öffentlichkeit zeigte, atmeten seine Anhänger wieder auf.