Belarus
Lukaschenko kämpft um Grodno, Opposition ruft zu zivilen Boykott-Maßnahmen auf
Zum ersten Mal seit 26 Jahren erkennt die EU Alexander Lukaschenko quasi nicht mehr als Präsident von Belarus an. Ein neuer Übergangsrat will nun den Dialog für einen Machttransfer gestalten – auch mit europäischer und russischer Hilfe. Aber die Zeichen stehen auf Konfrontation.
Ein Mann spricht in Grodno zu Arbeitern, die gerade aus dem Chemiewerk Azot gekommen sind: Erstmals sind belarussische Behörden auf die Opposition zugegangen, doch Lukaschenko hält weiter dagegen Foto: dpa/Viktor Drachev
Der belarussische Autokrat Alexander Lukaschenko hat gestern seinen Getreuen Iwan Tschertschiel nach Grodno entsandt. Der mächtige Spitzenbeamte soll die 370.000-Einwohnerstadt im Nordwesten des Landes wieder vollständig in die Hände des Regimes zurückbringen. Die im Dreiländereck Belarus-Polen-Litauen gelegene Stadt hatte Anfang der Woche als erste einen Dialog mit der Opposition aufgenommen.