Großbritannien

London will Bootsflüchtlinge nach Ruanda abschieben

Im Kampf gegen den Menschenhandel mit Wirtschaftsmigranten setzt Großbritannien auf eine afrikanische Lösung. Zukünftig werden alleinreisende junge Männer, die per Lastwagen oder Schlauchboot auf die Insel kommen, ins 7.000 Kilometer entfernte Ruanda geflogen. Dort sollen sie Aufnahme und ein Asylverfahren erhalten, eine Rückkehr ins Königreich wäre ausgeschlossen.

Die britische Innenministerin Priti Patel (l.) und der ruandische Außenminister Vincent Biruta haben gestern ein Abkommen über die Zwangsdeportation von Menschen aus Großbritannien nach Ruanda unterzeichnet

Die britische Innenministerin Priti Patel (l.) und der ruandische Außenminister Vincent Biruta haben gestern ein Abkommen über die Zwangsdeportation von Menschen aus Großbritannien nach Ruanda unterzeichnet Foto: AFP/Simon Wohlfahrt

„Wir holen uns die Kontrolle über unsere Grenzen zurück“, sagte Premier Boris Johnson am Gründonnerstag in Anspielung auf einen Slogan der erfolgreichen Brexit-Kampagne. Innenministerin Priti Patel wollte am Donnerstag in Kigali einen Vertrag mit der wegen Menschenrechtsverletzungen umstrittenen Regierung von Präsident Paul Kagame abschließen. Für die Anlaufphase bezahlt London 120 Millionen Pfund (144,5 Mio. Euro); wenn das Vorhaben wie geplant gelingt, würde London jährlich 1,4 Milliarden Pfund (1,68 Mrd. Euro) überweisen.

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