Geschichte
Kurze, aber nachhaltige Herrschaft: Im Jahr 81 n. Chr. starb Kaiser Titus
Noch immer fasziniert die römische Kultur. Nicht nur in unseren Regionen ist sie allenthalben spür- und sichtbar. Mächtige Kaiser trugen zum stabilen Gerüst dieses riesigen Reiches bei.
Die Fertigstellung des berühmten Kolosseums gilt als eine der Errungenschaften von Kaiser Titus Archivfoto: AFP
Auch der am 23. Juni des Jahres 79 im Alter von 69 Jahren verstorbene Vespasian aus der recht bescheidenen Dynastie der Flavier prägte die römische Geschichte. Nach seinem Tod stellte sich bei Vespasian die Nachfolgefrage. Da er zwei Söhne hatte, lag eine natürliche Erbfolge auf der Hand. „Entweder meine Söhne oder sonst niemand“, so sah er die Sukzession. Der Erstgeborene Titus wurde dann als Thronfolger bestimmt. Dieser erfüllte allerdings nicht unbedingt die nötigen Kriterien, sympathisierte er doch mit dem orientalischen Serailswesen, pflegte den Umgang mit Eunuchen und hatte eine jüdische Geliebte. Doch der in Rom am 30. Dezember 39 n. Chr. geborene spätere Kaiser ließ sein Vorleben schnell in Vergessenheit geraten und galt als Hoffnungsträger. Seine nur zwei Jahre dauernde Herrschaft sollte dennoch viele Spuren hinterlassen.
Titus genoss eine klassische römische Eliteausbildung in Rhetorik, Militärstrategie und Philosophie. Im Alter von 17 Jahren begann seine militärische Laufbahn. Er begleitete seinen von ihm sehr respektierten Vater, der mit Domitilla der Älteren verheiratet war, auf Feldzügen in Britannien und Judäa, einer Provinz am östlichen Rand des Römischen Reiches. Wertvolle Erfahrungen sammelte er bei der schwierigen Belagerung Jerusalems, die im Jahr 70 n. Chr. mit der Zerstörung des Zweiten Tempels, eines heiligen Symbols des jüdischen Volkes, endete. Noch heute gedenken die Juden übrigens während des jährlichen Trauertages von Tischa beAv dieses dramatischen Ereignisses. Nach seiner Rückkehr wurde Titus in Rom als Held gefeiert.