Belgien
„Kultur der Habsucht“: Rentenbonus für Parlamentarier sorgt für Unmut
In Belgien häufen sich die Enthüllungen über Privilegien in Politik und Beamtenstand. Die streitbaren Abmachungen zwischen gewählten Volksvertretern haben eine Debatte über die Befugnisse des Parlaments entzündet.
Belgiens Premier De Croo bei einer Parlamentssitzung: Sein Vater Herman De Croo erhielt einen monatlichen Rentenzuschuss von 6.000 Euro Foto: AFP/Belga/Nicolas Maeterlinck
Ehemalige Beamte können in Belgien nicht mehr als 7.813 Euro brutto pro Monat für ihre Rente beziehen – so die Theorie. Seit 2014 setzt sich das belgische Parlament über den Rentendeckel hinweg, der 1978 im gemeinhin „Loi Wijninckx“ genannten Gesetz festgelegt wurde. Etwa 50 ehemalige Abgeordnete sollen demnach aufgrund anderer beruflicher Tätigkeiten ein Anrecht auf Zuschüsse von bis zu 20% erhalten, also etwa 1.500 Euro monatlich.