Österreich
Kickl auf dem Weg ins Kanzleramt: ÖVP und Bundespräsident fallen Richtung FPÖ um
Die Chaostage in Wien münden in einen Triumph der Rechtspopulisten: Nach dem Platzen der Verhandlungen über eine Dreier-Koalition und dem Rücktritt von ÖVP-Kanzler Karl Nehammer könnte FPÖ-Chef Herbert Kickl am Montag den Regierungsbildungsauftrag erhalten. In der ÖVP haben sich die Anhänger einer Koalition mit der FPÖ durchgesetzt.
Wird er der neue österreichische Bundeskanzler? FPÖ-Chef Herbert Kickl Foto: Helmut Fohringer/APA/dpa
100 Tage nach der Nationalratswahl steht Österreich noch immer ohne funktionierende Bundesregierung da. Die geschäftsführende Koalition aus ÖVP und Grünen hat seit Oktober im Parlament keine Mehrheit. Sondierungsgespräche von ÖVP, SPÖ und FPÖ sind ebenso gescheitert wie die Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und Neos. Und nach dem Ausstieg der Liberalen am vorigen Freitag ließ die ÖVP tags darauf auch die Gespräche mit den Sozialdemokraten platzen. Es dürfte nicht an Nehammer gelegen sein, für dessen Engagement sich der SPÖ-Vorsitzende Andreas Babler nach dem Scheitern sogar ausdrücklich bedankte. Die Anti-Nehammer-Fraktion in der ÖVP hatte hinter den Kulissen immer mehr Druck gemacht. Samstagabend warf der Kanzler das Handtuch und erklärte nicht nur die Koalitionsverhandlungen mit den Genossen für beendet, sondern auch seinen Rücktritt als Kanzler.