Standpunkt
KI höhlt die Hochschulbildung aus
Moderne KI-Technologien beeinträchtigen die Fähigkeit des Menschen, zu lernen und Fähigkeiten zu bewahren, und machen es Akademikern und anderen Experten nahezu unmöglich, Wissen zu kultivieren und zu verbreiten. Viele Wissenschaftler, darunter auch wir, haben auf die Bedrohung durch den Techno-Solutionismus in der Bildung hingewiesen: Anstatt unseren intellektuellen Horizont zu erweitern, untergraben diese Technologien genau die Bedingungen, die es uns ermöglichen, selbständig zu denken.
Nach dem Narrativ der KI-Industrie sind alle menschliche Kreativität, Innovation und Wissen im Wesentlichen automatisierbar, was den Menschen obsolet macht Archivfoto: AFP/Joel Saget
Die Unternehmen, die von KI profitieren – darunter Microsoft, OpenAI, Nvidia und ASML – haben ein ureigenes Interesse daran, den derzeitigen Hype aufrechtzuerhalten. Ihre oligopolistische Kontrolle über Hardware und Software hängt von der übertriebenen Behauptung ab, dass kognitive Arbeit vollständig in ihre Modelle ausgelagert werden kann. In Wirklichkeit beruhen die scheinbaren Errungenschaften dieser Systeme auf dem groß angelegten Diebstahl menschlicher geistiger Arbeit. Vor allem große Sprachmodelle (LLMs) wurden trainiert, indem sie Bücher und wissenschaftliche Arbeiten ohne die Zustimmung der Autoren oder Verleger ausfindig machten und diese in ein Patchwork-Plagiat zerlegten und neu zusammensetzten, das als menschenähnliche Antworten verpackt wurde.