Großbritannien
Johnsons harter Kampf mit der Wahrheit
Hat Boris Johnson als Premierminister das Unterhaus belogen? Machte er zu den zahlreichen Lockdown-Partys an seinem Amtssitz in der Downing Street wissentlich oder unwissentlich falsche Angaben? Und schließlich: Informierte er die Abgeordneten gemäß der parlamentarischen Geschäftsordnung so rasch wie möglich über Mitteilungen, die sich als falsch herausgestellt hatten?
Ärger im Anflug: Für Ex-Premier Boris Johnson steht viel auf dem Spiel Foto: AFP/Justin Tallis
Um diese drei Fragen wird sich alles drehen, wenn an diesem Mittwoch der Integritätsausschuss des Unterhauses Alexander Boris de Pfeffel Johnson, 58, in den Zeugenstand ruft. Ungewöhnlicherweise wird die Anhörung live im Fernsehen übertragen. Vereidigungen sind bei solchen Gelegenheiten unüblich, der Wahrheitspflicht unterliegt der frühere Regierungschef ohnehin – eine schwere Aufgabe für den Konservativen, der ein notorisch flexibles Verhältnis zur Realität unterhält. Vorsichtshalber wird Johnson den ebenso berühmten wie teuren Kronanwalt Lord David Pannick an seiner Seite haben, natürlich auf Kosten der Steuerzahler.