Nahostkonflikt
Israel wirft Madrid „diplomatischen Krieg“ vor
Der sozialdemokratische Regierungschef Pedro Sánchez gehört zu den schärfsten europäischen Kritikern von Staatschef Netanjahu – und hat dabei die Mehrheit seiner Landsleute hinter sich.
Regierungschef Pedro Sánchez richtet sich in Madrid an das Parlament, um vor den Folgen des aktuellen Krieges im Nahen Osten zu warnen Foto: AFP
Der Streit zwischen Spanien – der viertgrößten Volkswirtschaft der EU – und Israel eskaliert weiter und entwickelt sich zunehmend zu einer politischen Eiszeit zwischen beiden Ländern. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wirft der Regierung in Madrid inzwischen offen vor, gegen sein Land einen „diplomatischen Krieg“ zu führen. Spaniens sozialdemokratischer Regierungschef Pedro Sánchez gehört zu den schärfsten europäischen Kritikern Netanjahus.
Israels Regierung kündigte an, dass Spanien aus einem internationalen Koordinierungszentrum zur Stabilisierung des Gazastreifens ausgeschlossen werde. Die Entscheidung ist ein weiterer Schritt in einer Serie von gegenseitigen Vorwürfen, diplomatischen Protesten und politischen Strafmaßnahmen. Der israelische Außenminister Gideon Saar begründete den Ausschluss mit einem angeblich „obsessiven antiisraelischen Kurs“ der spanischen Regierung. Spanien habe Israel immer wieder „diffamiert“ und wiederholt versucht, Sanktionen in der Europäischen Union durchzusetzen.