Naher Osten

Israel greift weiteres Krankenhaus in Gaza an – elf Tote

Nach unbestätigten israelischen Medienberichten galt der Angriff Mohammed al-Sinwar. Er ist der jüngere Bruder des im vergangenen Jahr getöteten Hamas-Chefs und neuer Chef des bewaffneten Hamas-Arms. Elf Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben.

Der zweite israelische Angriff am Dienstag traf ein Krankenhaus in Chan Junis

Der zweite israelische Angriff am Dienstag traf ein Krankenhaus in Chan Junis Foto: AFP

Zum zweiten Mal binnen eines Tages hat die israelische Armee ein Krankenhaus in Chan Junis im südlichen Gazastreifen angegriffen. Dabei wurden nach Krankenhausangaben mindestens elf Menschen getötet. Die israelische Armee schrieb, es handele sich um einen „präzisen Angriff auf Hamas-Terroristen in einem Kommando- und Kontrollzentrum“. Dieses befinde sich in einer unterirdischen Struktur unter dem Europäischen Krankenhaus in Chan Junis. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Nach unbestätigten israelischen Medienberichten galt der Angriff Mohammed al-Sinwar. Er ist der jüngere Bruder des im vergangenen Jahr getöteten Hamas-Chefs Jihia al-Sinwar und gilt als neuer starker Mann in der islamistischen Miliz. Von palästinensischer Seite gab es zunächst keine Angaben zur Identität der Getöteten und zur Frage, ob al-Sinwar sich unter ihnen befand. Al-Sinwar ist seit der Tötung des Hamas-Militärchefs Mohammed Deif im vergangenen Jahr durch Israel der neue Chef des bewaffneten Hamas-Arms, der Kassam-Brigaden.

Augenzeugen berichteten von einer sehr angespannten Atmosphäre vor Ort nach besonders schweren Angriffen Israels. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden bei dem Angriff auf das Krankenhaus auch mehr als 40 Menschen verletzt.

In der Nacht hatte die Armee das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis angegriffen und ebenfalls von einem Angriff auf Hamas-Terroristen gesprochen. Dabei wurden palästinensischen Angaben zufolge drei Menschen getötet. Die Armee warf der Hamas vor, Krankenhäuser im Gazastreifen für Terrorzwecke zu missbrauchen. Das UN-Nothilfebüro OCHA verurteilte den Angriff auf die Nasser-Klinik als inakzeptabel.

Wieder Rakete aus dem Jemen

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben unterdessen erneut eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete abgefangen. „Nachdem vor kurzem in mehreren Gebieten Israels Sirenen ertönten, wurde eine aus dem Jemen abgeschossene Rakete abgefangen“, erklärte die Armee am Dienstag. In der Gegend um Jerusalem seien Explosionen zu hören gewesen, berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP.

Zuletzt hatte die israelische Armee am Freitag eine Rakete aus dem Jemen abgefangen. Die im Großteil des Jemen herrschende pro-iranische Huthi-Miliz reklamierte den Angriff für sich. Am Sonntag hatte die israelische Armee die Bewohner der drei jemenitischen Hafenstädte Ras Issa, Hodeida und Salif zur Evakuierung aufgefordert. Die Häfen würden von der Huthi-Miliz genutzt. 

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