Europa
Islamophobie-Alarm aus einem mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontierten Netzwerk
Der alljährliche „Islamophobie-Report“ entlarvt nicht nur tatsächliche Islamhasser, sondern stellt auch bloße Islamismus-Kritiker an den Pranger – und kommt aus einer selbst mit Rassismus-Vorwürfen konfrontierten Ecke.
Farid Hafez: Antiislamophobe Mission mit selektivem Sensorium für Rassismus Foto: Trollma/Wikipedia
Der Kampf gegen Islamophobie ist sein Lebensthema. Seit 2015 gibt der österreichische Politologe Farid Hafez jedes Jahr mit seinem türkischen Kollegen Enes Bayrakli den „European Islamophobia-Report“ heraus. EU-Geld fließt dafür inzwischen keines mehr, nachdem dort gelistete Personen, darunter Wissenschaftler und säkulare Muslime wie die Berliner Imamin Seyran Ates, vor zwei Jahren bei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lauten Protest eingelegt hatten. Das Europaparlament hatte daraufhin in einer Entschließung „bedauert, dass Hafez wiederholt Mittel aus dem Haushalt der Union erhalten hat, obwohl er eng mit der Muslimbruderschaft und der türkischen Regierung verbunden ist“. Eine Zugehörigkeit zur islamistischen Muslimbruderschaft wird von Hafez allerdings energisch bestritten und konnte ihm auch nicht nachgewiesen werden.