Corona
International reüssiert Russland mit seinem Impfstoff – doch die eigene Bevölkerung wurde nicht geschützt
International reüssiert der Kreml mit dem Impfstoff Sputnik. Doch in der Corona-Krise hat der russische Staat die eigene Bevölkerung nicht geschützt. Neue Daten zur Übersterblichkeit zeichnen ein grimmiges Bild.
In Russland sind nach einem Jahr mit vielen, vielen Toten so gut wie keine Corona-Einschränkungen mehr in Kraft Foto: AFP/Alexander Nemenov
In der Moskauer Metro herrscht ein Gewusel wie eh und je. Zu den Stoßzeiten bilden sich vor den steil hinabführenden Rolltreppen Menschentrauben. Auf dem Bahnsteig ist es unmöglich, die geforderte Distanz von eineinhalb Metern einzuhalten. Und in den Waggons stehen die Passagiere dicht gedrängt. Seit Bürgermeister Sergej Sobjanin die Corona-Einschränkungen weiter gelockert hat, darunter die Home-Office-Pflicht von mindestens einem Drittel der Beschäftigten, müssen die meisten Arbeitnehmer wieder ins Büro. Eine Durchsage ermuntert die Moskauer zur Covid-Impfung: „Die Impfung ist wichtig für jeden“, sagt die männliche Stimme und rät zur Terminvereinbarung auf der Webseite der Stadtregierung, wo man sich für die kostenlose Immunisierung mit dem russischen Vakzin Sputnik anmelden kann.