Coronakrise
In Spanien zerrt die eiserne Ausgehsperre an den Nerven – die Spannungen steigen auch wegen Hassbriefen
Viele Spanier fühlen sich derzeit wie ein Tiger im Käfig. In Madrid sieht man Menschen, die auf Balkonen immer wieder von einer Seite zur anderen laufen. Andere drehen Runden im Wohnzimmer oder gehen im Flur auf und ab. Verhaltensauffälligkeiten, wie man sie bisher eher von eingesperrten Zootieren kennt. Offenbar schlägt das eiserne Ausgehverbot, das nun schon seit mehr als fünf Wochen gilt, immer mehr Spaniern auf die Seele.
Einige Spanier dürfen wieder zur Arbeit, die allermeisten aber sind noch unter strengem Hausarrest – doch langsam kippt die Stimmung Foto: AFP/Javier Soriano
Die Bevölkerung kann sich derzeit auch wenig Hoffnung auf schnelle Besserung machen. Regierungschef Pedro Sánchez verkündete an diesem Wochenende, dass die nationale Quarantäne noch mindestens bis 9. Mai, also drei weitere Wochen, in Kraft bleiben wird. Auch danach werde es, sagte Sánchez, nur eine schrittweise Lockerung geben – aber nur, wenn sich die Epidemie weiter abschwäche und es keinen Rückfall gebe.