Deutschlands Kanzler im Porträt
Im zweiten Anlauf: Der lange Weg von Merz ins Kanzleramt
Es ist ein Paukenschlag: CDU-Chef Friedrich Merz fällt im ersten Wahlgang bei der Wahl zum Bundeskanzler durch. Union und SPD erreichen nicht die erforderliche Mehrheit. Was nun? Für Merz ist es ein großer Rückschlag. Nahbetrachtung eines Ehrgeizigen.
Deutschland „back on track“? Merz vor dem zweiten Anlauf zu seiner ersten Kanzlerschaft am Dienstag Foto: AFP/Ralph Hirschberger
Friedrich Merz kann es kaum fassen. Konsterniert ist gar kein Ausdruck für seinen Gesichtsausdruck. Es ist kurz nach zehn Uhr am Dienstag, und er hat die erste Hürde bei seiner Wahl zum Kanzler nicht genommen. Erstmals kam bei einer Kanzlerwahl im Bundestag nicht die erforderliche Mehrheit zusammen. Der 6. Mai, der Tag der Kanzlerwahl – auf den der 69 Jahre alte Jurist seit Jahrzehnten hingearbeitet hat – entpuppt sich als schwarzer Tag. Was für ein Desaster für den CDU-Vorsitzenden. Es ist ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik. In einem zweiten Wahlgang am Nachmittag stimmt es dann. Er erhält 325 Stimmen. Politische Katastrophe abgewendet.