Serbien

Hunderttausende demonstrieren in Belgrad gegen die Korruption – und Präsident Vucic

Der von einigen erhoffte Tyrannensturz ist bei Serbiens größter Demonstration aller Zeiten zwar ausgeblieben. Doch die wachsende, von Studenten geführte Protestwelle gegen die Korruption vermehrt die Risse im Machtbeton – und setzt den nervösen Präsidenten Aleksandar Vucic zunehmend unter Druck.

Eine Gruppe von Studenten schwenkt Fahnen, als sie zu einer Demonstration vor einer Anti-Korruptions-Kundgebung in Belgrad ankommt

Eine Gruppe von Studenten schwenkt Fahnen, als sie zu einer Demonstration vor einer Anti-Korruptions-Kundgebung in Belgrad ankommt Foto: Marko Drobnjakovic/AP/dpa

Nur im Schritttempo geht es auf der brechend vollen „Beogradska Ulica“ im Herzen der serbischen Hauptstadt voran. Doch weder die Enge noch der Nieselregen kann die Stimmung der Massen trüben. „Pumpaj, pumpaj – mach weiter, mach weiter!“, skandiert die Menge ausgelassen den Schlachtruf der gegen die Vetternwirtschaft streitenden Studenten. „Korruption tötet“, erinnert an einer Bushaltestelle ein Plakat an die Katastrophe, die Serbien in seinen Grundfesten erschüttert hat. Seit am 1. November 15 Menschen unter den tonnenschweren Trümmern des eingestürzten Vordaches des neu renovierten Bahnhofs von Novi Sad ihr Leben verloren, scheint nichts mehr, wie es war: Die Protestwelle gegen die Korruption setzt den allgewaltigen Staatschef Aleksandar Vucic zunehmend unter Druck.

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